»Erst wenn die Nacht fällt«

Stefan Zweig

DER POLITISCHE STEFAN ZWEIG! “Dieses Schweigen, dieses furchtbare, undurchdringbare, endlose Schweigen, ich höre es bei Nacht, ich höre es am Tag, es erfüllt mein Ohr und meine Seele mit seinem unbeschreiblichen Schrecken.” Viel zu wenig beachtet wurde bislang, dass Stefan Zweig, der Verfasser sensibler Erzählungen, mit ungeheurem Engagement Anteil an den politischen Themen seiner Zeit nahm: der Einigung Europas und den Gefahren, die nach dem Ersten Weltkrieg heraufzogen. Überzeugt vom “Geiste der Humanität” schreibt er … weiterlesen

Das falsche Gesicht oder Marlowe ist Shakespeare

Gerald Szyszkowitz

Drama des Dramendichters Wer wird nicht seinen Shakespeare loben? Dieser Roman lässt miterleben, dass es auch ganz anders hätte sein können rund um das berühmte Globe Theatre: Christopher Marlowe, der geniale Autor, fällt wegen Freigeisterei in Ungnade, rettet sein Leben, indem er untertaucht. Und will doch seine Stücke aufgeführt sehen. Gerald Szyszkowitz führt kenntnisreich, einfühlsam und pointiert in das London von Elizabeth I., in sein Szenario aus Hofintrige, sexueller Repression, drakonischer Justiz. Ein spannendes Stück … weiterlesen

GROSSO MOGUL

Stephan Denkendorf

Seine letzten Lebensjahre führten Antonio Vivaldi nach Böhmen, nach Venedig, schließlich nach Wien. Trotz hohem Ansehen und europaweitem Ruhm war eine Künstlerexistenz schon damals ein steter Kampf ums Überleben. Stephan Denkendorf entwirft einfühlsam und mit großer Sachkenntnis ein Komponistenporträt, zugleich macht er mit pointilistischer Leichtigkeit eine ganze Epoche erlebbar und zeigt das Alltagsleben von Menschen um Vivaldi: Bühnenbildner, Orchestermusiker – aber auch Bäcker, Kutscher, Prostituierte … Aus kleinen Ausschnitten entsteht ein Ganzes, faszinierend in seiner … weiterlesen

In welchen Himmel kommen tote Sonnen?

Henri Huhki Edelbauer

Was macht die Zeit, wenn sie gerade nicht vergeht? Wie von der Sphinx gestellt scheinen die Fragen, die Henri Huhki Edelbauer rund um seine Lebensthemen Zeit, Natur, Mitsein und Revolte aufwirft: Warum kann ’s Wasser gar nicht geben? Wie kommt ein Gang ohne Wolf zum Wolf ohne Gang? Kann eine Frage ihre eigene Antwort werden? Der Autor gibt Rätsel auf, stellt alles, stellt uns „Lesewesen“ in Frage, um immer wieder durch abenteuerliche Gedankenwege einfach anmutende … weiterlesen

Die Wunden der Drina

Margareta Mirwald

Balkankrieg – Erzählen gegen das Vergessen! “Die Sprache hatte uns wieder – mit einer Hand hatten wir uns an den Rand des Unsagbaren gehalten, und mit einer Hand hielten wir uns und einander an den glitschigen Worten fest. Alles Gute – wofür eigentlich? Wozu?” Eine österreichische Lehrerin, die in ihrem Berufsalltag immer wieder mit den traumatischen Nachwirkungen des Balkankrieges konfrontiert ist, begibt sich mit ihrer von dort stammenden Haushaltshilfe zu den Orten des Geschehens … … weiterlesen

Der Kopf des Großmeisters

Dorothea Macheiner

“Die balsamische Luft und das Rauschen der See, das mich zurückführte zu jenem erstaunlichen Wissen: Und Du warst auch hier. Ich bin eingetreten in das Jahrtausende alte Gedächtnis der Steine.” Malta – Ravenna – und wieder: Malta/Valletta … Eine seltsame Reise mit geheimnisvollen Offenbarungen. In erzählerisch-leichter Weise folgt die Autorin neuen Spuren Fra JEANs, diesmal auch jener des Barockmalers MATTIA PRETI … – Und immer die Frage: Wer war dieser Mensch? Fundiertes wissenschaftliches Wissen ist … weiterlesen

Von der menschlichen Dummheit

Wolfgang Jedlicka

“Die menschliche Dummheit ist eine Macht. Sie macht die einen vergnügt, den anderen Sorgen. Sie macht Politiker übermütig, sie macht die liberale Demokratie lächerlich, sie macht Spekulanten reich und die Sparer arm, Anlageberater zu Jongleuren im Wanderzirkus des Kapitals, sie macht Werbeprofis fröhlich, sie macht den Verhaltensforschern Kopfzerbrechen, und sie macht den Wissenden mitunter Angst, nicht vor der Dummheit an sich, sondern vor ihren schrecklichen Folgen. Den gescheiten Unredlichen macht sie bestenfalls vor den Gerichten … weiterlesen

Fra JEAN

Dorothea Macheiner

“W i r – noch wusste ich nicht, dass auch Du hier warst. Du, dessen Spuren ich auf labyrinthischen Wegen gefolgt war. Dessen Schicksalsfäden ich mit den Meinen verknüpft fand, sodass mir eines Tages erlaubt wurde, Dich beim Namen zu nennen …” Ein alternatives Reisebuch rund um Malta? Eine Geschichtsschreibung der besonderen Art? Oder ein literarisches Meisterwerk, das nicht nur über mythologische und historische Ereignisse berichtet, sondern sie spiralig durchdringt – und mit einer gewagten … weiterlesen

Karlas Lauf gegen die Raumzeit

Walter Kreuz

Und wir? Ja, wir geben bald nur mehr ein leises Mmm von uns. Jetzt wird meine Geschichte beginnen. Und ich scheide in der Kraftlosigkeit meines Feldes, seelenlos glücklich. Gegen Unendlich konvergierend. Eine Wiener Straßenbahnlinie, das laufende, fliehende, kratzende, boxende Mädchen Karla, das schweigt, was zur Folge hat, dass alle um Karla herum zu sprechen beginnen. Ungewöhnliche Begegnungen und immanente ‚Ereigniskoordinaten’ lotsen uns in die Welt des Autors. In sprachlich einzigartiger Form, der man sich nicht … weiterlesen

Literatur-Vade me cum

Rudolf Kraus

“Wenn Ihnen die Welt nicht gleichgültig ist, dann sollten Sie zum einen überhaupt Gedichte lesen, zum anderen mehr Gedichte lesen und zum Schluss könnten Sie es gleich einmal mit diesen Gedichten versuchen!” Diesen auf einen Lyrikband bezogenen Satz von Rudolf Kraus kann man getrost erweitern: Wenn Ihnen die Welt nicht gleichgültig ist, dann sollten Sie zum einen überhaupt lesen, zum anderen mehr gute Literatur lesen, und zum Schluss könnten Sie es gleich einmal mit diesem … weiterlesen

Das Feuer der Baba-Jaga

Petra Schönbacher

Bald erhob sich im Wald ein fürchterliches Getöse: Bäume knarrten, trockenes Laub raschelte – aus dem Wald kam die Baba-Jaga. Sie fuhr in einem Mörser, trieb ihn mit dem Stößel an und verwischte mit einem Besen ihre Spur. Sie fuhr zum Tor, hielt inne, schnupperte umher und rief: “Pfui, pfui. Es riecht nach Russen. Wer ist hier?” Da trat Vasilisa vor die Alte hin, verneigte sich tief und sagte: “Das bin ich, Großmutter! Meine Stiefschwestern … weiterlesen

Abenteurerin Bertha von Suttner

Maria Enichlmair

“Wir waren überhaupt so furchtbar entzückt über unser Zusammensein, unser kühner Streich hat uns ein solches intensives Frohgefühl verschafft, alles war uns bisher wie ‚sur des roulettes’ gegangen, so daß wir einer fortwährenden Steigerung unserer Glückserlebnisse entgegensahen.”   Bertha von Suttner (1909) “Die Waffen nieder!” Mit diesen drei Worten und dem gleichnamigen Roman wurde Bertha von Suttner weltweit berühmt. Dass sie auch gesellschaftskritische Schriftstellerin war, sich ein Jahrzehnt in Georgien aufhielt – es sollte ihre “Hochzeitsreise” … weiterlesen

Liebe und Magie

Maria-Christine Leitgeb

“Wer die Schönheit ganz besitzt, den quält der Stachel der Liebe nicht.” Marsilio Ficino   Die Liebe ist die Achse des philosophischen Sytems des Florentiner Neuplatonisten Marsilo Ficino (1433-1499). Ihre Konstitution enthüllt sich ihm im platonischen Geburtsmythos des Eros (Symposion). Poros und Penia bezeichnen bei Platon die Grenzen, innerhalb derer Liebe sich entwickelt. Sie stehen für den unerschöpflichen Reichtum der göttlichen Späre (Poros), und die Defizienz, die allem Irdischen anhaftet (Penia). Aus ihrem Zusammentreffen geht … weiterlesen

Das Werk des Druckers

Leonhard Schmeiser

Untersuchungen zum Buch mit zahlreichen Abbildungen aus dem Originalbuch, kommentiertes Beilageblatt mit den Originalholzschnitten “Seit einem halben Jahrtausend wird sie gelesen, analysiert, kommentiert, gedeutet, hat sie eine schwer faßbare Faszination ausgeübt. Man hat die kühnsten Spekulationen über sie angestellt, die tiefsten Spekulationen in ihr vermutet … Dies ist die Geschichte einer großen Liebe, es ist an der Zeit sie zu erzählen. “ Die Hypnerotomachia Poliphili: Das Werk mit seinem fabelhaften und kaum aussprechbaren Namen: eines … weiterlesen

Vom Fetisch des Glücks

Walter Gartler (Hg.)

“Dennoch verfällt die große Menge, eingeschlossen die große Menge der Schriftsteller – nicht nur in Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch in Büchern von gewichtigem Anspruch -, immer wieder in diesen geistlosen Fehler. Nachdem sie das Wort ‚utilitaristisch’ einmal aufgegriffen haben, ohne außer seinem Klang irgend etwas darüber zu wissen, haben sie es sich zur Gewohnheit gemacht, damit die Verwerfung oder Vernachlässigung einiger Formen des Lustvollen, des Schönen, des Gefälligen oder des Vergnüglichen, auszudrücken.” J. S. … weiterlesen

Philosophieren in der bösen Zone

Walter Gartler

Die Komödie der Selbstparodierung der metaphysischen Wahrheitsprätention des Textes beginnt in dem Moment, wo der Interpret zum Genealogen jenes modernen Mißtrauens, jenes Unglaubens wird, welcher hinter dem förmlichen Aufwand an Erklärung, Rechtfertigung, Kritik nichts anderes mehr zu entdecken vermag, als das hysterische Symptom einer epochalen moralischen Lüge. Band 1: Nietzsches Morgenröte oder die kranken Masken der Freiheit Band 2: Die Konstruktion der Geschichte über dem leeren Platz der Melancholie

Kant und die verlorenen Träume der Metaphysik

Walter Gartler

Wenn Kant in seiner Swedenborg-Schrift den dichterischen Exzeß reiner Vernunft in der Absicht inszeniert, um derart jenen Mangel, jene Grenze, jenes ewige Fehlen von notwendigen Data zu markieren, worin er zugleich die letzte anthropologische Triebfeder aller bisherigen “Träume der Metaphysik” aufdecken zu können glaubt, so transkribiert er mit dieser Wiederholung die metaphysische Unauflösbarkeit des Geister-Problems zu einer Frage moralischer Entscheidung. Band 3: Kants Geisterseher oder der grammatische “Eigensinn der Sprache” Band 4: Der anthropologische Tod … weiterlesen

Das Sittengesetz. Kants verschleierte Göttin

Walter Gartler

Wenn seit einiger Zeit der Humor der Psychoanalytiker gerade im Streit um eine aktuelle Lesart des kategorischen Imperativs gegenüber den Philosophen die besseren Karten in der Hand haben dürfte, so verdankt sich dieser Eindruck nicht zuletzt einer entweder mehr medizinisch oder mehr ästhetisch präparierten Empfänglichkeit für die bei der Aufstellung von Kants kategorischem Pflicht-Imperativ wirksame Aura einer modernen Ontologie des Tragischen. Band 5: Das Sittengesetz. Kants verschleierte Göttin Band 6: Das Freiheitsrätsel der Kritik