| Cristina Maier Echo des Schweigens Stimmen der Betroffenheit zur Genitalverstümmelung bei afrikanischen Immigrantinnen in Wien Ethnologische Studie Vorwort: Christine Binder-Fritz 2003, 168 Seiten engl. Broschur ISBN 978-3-902300-06-5 € 19,90 |
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„Manche
Winter dauern lang! Wollten wir auf der Zeitspur zurückverfolgen,
seit wie viel hunderten oder gar tausenden von Jahren jenes Ritual
der
weiblichen Genitalverstümmelung zur unumstößlichen Lebenspraxis
von Menschen zählte, so
wirken die letzten 20 Jahre an
‚Anti-Female Genital Mutilation-Kampagnentätigkeit’
höchstens wie die ersten bewusst erlebten Strahlen einer Frühlingssonne,
die nach langer Zeit ‚Erinnerungen’ an ein ganz anderes Lebensgefühl
zu wecken wissen.“
Außergewöhnlich
berührend zeigt diese reflexive Studie, dass dem lange tabuisierten
Problem der Genitalverstümmelung afrikanischer Frauen – mit dem damit
einhergehenden unbeschreiblichen Schmerz und mit allen ihren Folgen -
nicht nur mit aller Kraft entgegengewirkt werden muss, sondern dass es
eines äußerst sensiblen Umgangs mit diesem Thema bedarf.
Den
betroffenen Frauen aufmerksam zuhören und ihnen mit allem gebotenen
Respekt begegnen, ihren Lebenskontext verstehen und die Kraft der Frauen
erkennen, aber auch die oftmals „neokolonialen“ Einstellungen
revidieren und gegen rassistische Haltung antreten - das ist die
eindringliche Botschaft Cristina Maiers, der man sich in Anbetracht dieser
weltweiten, zutiefst menschenrechtsverletzenden Problematik nicht
entziehen kann.
ZUR
PERSON
Cristina Maier,
geb. 1975 in Wien, Ethnologin, Kultur- und Sozialanthropologin.
Christine Binder-Fritz,
geb. 1956 in Wien, Ethnologin und Medizinanthropologin; Lehre und
Forschung am Institut für Geschichte der Medizin; externe Lektorin am
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie an der
Universität Wien; zahlreiche Veröffentlichungen.
PRESSESTIMMEN
„…
eine ethnologische Studie, die versucht ein für uns völlig unverständlich-grausames
Ritual in einen größeren Zusammenhang
zu stellen. Cristina Maiers Absicht liegt weder in der Dämonisierung
der genitalen Verstümmelung noch will sie sie als sogenanntes „Übergangsritual
idealisieren“. Sie lässt uns vielmehr an ihren widersprüchlichen Gefühlen
teilhaben, wie es die Ethnologin und Medizinanthropologin Christine Fritz
Binder im Vorwort ausdrückt. Wissenschaftliche Erkenntnissuche,
Sensitivität und Achtsamkeit den Gefühlen ihrer drei
Interviewpartnerinnen aus dem Sudan bzw. Äthiopien gegenüber, stehen in
einem ausgewogenen Verhältnis …“
„ORF
Hörfunk-Reihe ” „Kontext-Sachbücher in Themen”, Fr, 5. 3. 2004, Österreich
1, Präsentation durch Thomas Haunschmid
„Selten
liest frau jedoch Neues zum Thema. Die kleine, aber feine, auf
ethnologische Studien spezialisierte EDITION ROESNER ist eine Ausnahme.
Durch die Veröffentlichung der gut lesbaren Arbeit „Echo des
Schweigens“ von Cristina Maier wird die Diskussion um FGM bereichert.
… Im Mittelpunkt der Studie stehen das Zuhören, das Verstehen-Wollen,
das Anerkennen und das Unterstützen der Frauen, die nicht nur Opfer,
sondern auch sehr starke Frauen sind.“
Christina
Buder/WeiberDiwan Frühjahr 04
„Im
Bemühen um einen respektvollen Umgang mit den Betroffenen will die
Autorin 'neokoloniale' Einstellungen zum Thema der genitalen Verstümmelung
revidieren ...“
Menschenrechte für die Frau,
I/2004