| Dr. Walter Gartler Vom Fetisch des Glücks Fünf Versuche zur Zerschlagung des utilitaristischen Kaleidoskops, mit Beiträgen von: Barbara Eder, Othmar Kastner, Simon Severino, Johannes Steizinger 2004, 165 Seiten, engl. Broschur ISBN 978-3-902300-07-2 € 19,90 |
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„Dennoch
verfällt die große Menge,
eingeschlossen die große Menge der Schriftsteller -
nicht nur in Zeitungen und Zeitschriften,
sondern auch in Büchern von gewichtigem Anspruch -,
immer wieder in diesen geistlosen Fehler.
Nachdem sie das Wort ‚utilitaristisch’
einmal aufgegriffen haben,
ohne außer seinem Klang irgend etwas darüber zu wissen,
haben sie es sich zur Gewohnheit gemacht,
damit die Verwerfung oder Vernachlässigung einiger Formen
des Lustvollen, des Schönen, des Gefälligen
oder des Vergnüglichen, auszudrücken.“
J. S. Mill
Beinahe
150 Jahre nach seiner programmatischen Ankündigung, mit der Mill 1861 die
Frage zu beantworten versprach: What Utilitarism is, nehmen sich die hier
versammelten Autoren noch einmal dieses Themas an, das schon Nietzsche in
seinem Aphorismus 225 nur mit Spott und Mitleid bedacht hatte.
Wenn
also gegen und trotz dieses Urteils hier noch einmal angeschrieben werden
soll, so ist der hier in den Texten stattfindende Diskurs ein fast ‚unmöglicher’,
der aber, indem er Autoren wie Mukařovský, Bataille Artaud und Lacan
das Wort redet und dabei den Bogen spannt von Themen wie Fetischismus,
Gabe, Tausch, Opfer, Ökonomie, Sozialismus bis hin zur Frauenfrage,
gerade in dieser scheinbaren Unmöglichkeit, die sich dort, wo es hapert,
nicht zessiert, sich nicht zu schreiben, etwas ins rinnen bringt, von dem
her sich die utilitaristische Eudämonie vielleicht vergegenwärtigen
läßt.
Denn, wie W. Gartler schreibt: „Das utilitaristische Prinzip leistet seine moralisch-praktischen Dienste gerade dadurch, daß es sich jeder metaphysischen Überspannung seiner „Wahrheit“ soweit widersetzt, daß es am Punkt grundsätzlicher Entscheidung sich eben dem Druck jeder grundsätzlichen Entscheidung verweigert, indem es sich statt dessen lieber der Erörterung einer weiteren Bewußtseins-Episode überläßt.“
ZUR PERSON
Dr. Walter Gartler: Philosoph
und Schriftsteller; lebt und arbeitet in Wien und Bocairente