| Edith Binderhofer |
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„Ich
sage immer, es gibt drei Zugänge zu arabischen Frauen in Europa.
Für die einen sind wir Exoten, und man verbindet mit uns 1001 Nacht.
Für die anderen sind wir die armen, unterdrückten, nicht feministischen
Frauen, die mit Kopftuch oder
verschleiert mit gewölbtem Bauch hinter dem Herd stehen. Die dritten wissen
nicht wirklich,
was sie mit uns anfangen können und stehen uns gegenüber völlig gleichgültig.
Es gibt sehr wenige Leute in Europa, die wirklich wissen, wer wir sind, wie wir
sind, welche Wünsche wir haben,
wie wir uns selbst sehen.
Und weil sie wenig von uns wissen, sind sie so in Vorurteilen verhaftet,
dass sie nur das Negative sehen und denken, dass sie viel besser
dran sind.“
Damit mehr Menschen hier wissen, wer und wie asiatische Frauen wirklich sind, wie sie denken und fühlen, welche Wünsche sie haben und wie sie sich selbst sehen, wurde dieses Buch geschrieben.
Frauen aus Armenien, der Türkei, dem Iran, dem Irak, aus Palästina, Indien, Bangladesch, Nepal, von den Philippinen, aus Indonesien, China und Japan kommen zu Wort. Jede erzählt in den vorliegenden LebensGeschichten, die Edith Binderhofer in einfühlsamer Weise niedergeschrieben hat, auf ihre ganz persönliche Weise ihr Leben in Asien und in Wien, zeigt Klischeebilder hier und dort auf, berichtet von Vorteilen in der alten und der neuen Heimat und von Werten, die sozusagen „mit ihr mit“ und von Werten, „die dazu gekommen“ sind.
ZUR PERSON
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Edith
Binderhofer, geb. 1963 in
Wien; lebte u. a. in Paris, Kairo, Essen - und lebt derzeit in Wien und Frankfurt/Main;
Autorin und Wissenschaftlerin, diplomierte Germanistin und promovierte
Zeithistorikerin mit Spezialgebiet Naher Osten. -
Sie ist seit 20 Jahren beruflich und privat überzeugte Grenzgängerin
zwischen westlichen und östlichen Welten. |
PRESSESTIMMEN
„In diesem Buch kommen
ausnahmsweise nicht westliche ExpertInnen zu Wort, sondern sechzehn in Wien
lebende Frauen aus Armenien, der Türkei, dem Iran, dem Irak, Palästina,
Indien, Bangladesch, Nepal, den Philippinen, Indonesien, China und Japan. Sie
stammen damit geographisch aus allen großen asiatischen Regionen aus
Zentralasien, dem Nahen und Mittleren Osten, Südasien, Südostasien und
Ostasien. Beruflich sind sie unter anderem als Krankenschwester,
Elektrotechnikerin, Sekretärin, Restaurantbesitzerin und Künstlerinnen tätig.
Sie geben Auskunft über ihre Lebensgeschichten in Asien und Wien und über
Aspekte des Frauenlebens in beiden Welten. Im Zentrum des Buches stehen die
Biographien im Originalton, dem sich ein analytischer Teil anschließt …“
www.ceiberweiber.at,
erstes.frauen.onlinemagazin, (11. Februar 05)
„Vielleicht ist dieses Buch nur zustande gekommen, weil ich zuhören
wollte“, beschreibt Maxie Wander in einer Kurzformel den Entstehungsprozess
ihres Buches über Frauen in der DDR. Dieses Buch diente der Autorin des
vorliegenden Bandes als Vorbild, ebenso identifiziert sie sich mit der Erklärung
vom Zuhören-Wollen der in Österreich geborenen, später nach Ostdeutschland übersiedelten
Autorin.
In Wien leben rund 40.000 Frauen asiatischer Herkunft, teilweise bereits mit österreichischer
Staatsbürgerschaft; die Hälfte von ihnen sind Türkinnen. Edith Binderhofer,
Germanistin und Zeithistorikerin, längere Zeit Bildungsreferentin am
Afro-Asiatischen Institut in Wien, hat mit 16 von ihnen längere Gespräche geführt
und diese aufgezeichnet: Erzählungen über ihre Schwierigkeiten mit dem Leben
in einer vielfach unbekannten Kultur, Reflexionen über dieses neue Leben, über
die Rezeption als ausländische Frau in der österreichischen Gesellschaft. ‚LebensGeschichten’
ist denn auch der Untertitel des Buches.
Gleichzeitig erfährt die Zuhörerin viel über Frauenleben in den Herkunftsländern
- und erkennt, dass Frauenprobleme nicht
nur länder- und kulturspezifisch bedingt, sondern globaler Natur sind.
Die Anfangsprobleme der asiatischen Frauen in Wien sind sehr ähnlich. An
vorderster Front stehen die Schwierigkeiten mit der individualistisch geprägten
westlichen Kultur, das Gefühl von
Fremdsein, von Heimweh, die Isolierung. Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit.
Mit zunehmender Aufenthaltsdauer und Integration treten dann aber auch positive
Erfahrungen in den Vordergrund: das Kennenlernen von Menschen aus anderen
Kulturen in der multikulturellen Großstadt, mehr Freiheiten und mehr Möglichkeiten
zur individuellen Entfaltung, Gewinnen von Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit.
Diese Lebensgeschichten sind eigentlich
jedem zu empfehlen, Leserinnen und Lesern, Menschen mit Offenheit und Neugier,
mit Wissensdurst und kulturellem Interesse. Und vor allem den leider nicht
wenigen Menschen mit Vorurteilen, mit Klischeebildern – aber die werden dieses
Buch wahrscheinlich nicht einmal in die Hand nehmen.“
Südwind,
(Nr. 4 April 2005)
„In Gesprächen erzählen in Wien lebende Asiatinnen (Türkei, Irak, Japan)
ihre Lebensgeschichten und berichten über Gefühle. Gelungene Momentaufnahme.
Fernöstlich.“
WIENERIN,
(Nr.187 April 2005)
„Das
Buch hält in Form von Gesprächen Lebensgeschichten von asiatischen Frauen in
Wien fest. Die Frauen erzählen von ihrem Leben in ihren Heimatländern und in
Wien, zeigen Klischeebilder auf und berichten von Vorurteilen in der alten und
neuen Heimat.“
BAO
BAB, (4/2005)
Weitere
Buchbesprechungen u.a. in an.schläge - DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN 05/2005 und
„Heimat fremde Heimat“/ORF 2, (30.5.2005)
„Schwach, unterdrückt, gehorsam – Das sind die wohl häufigsten Klischeebilder, mit denen Migrantinnen asiatischer Herkunft im Westen konfrontiert werden. Der vorliegende Band versucht, differenziertere Bilder darüber zu liefern, was es bedeutet, als ‚asiatische Frau’ in Wien zu leben. Die Zeithistorikerin Edith Binderhofer hat hierfür die Lebensgeschichten von sechzehn Frauen aufgezeichnet – wobei „Asien“ als geographische Einheit sehr weit gefasst ist und von der Türkei bis Japan reicht. Der Autorin geht es dabei nicht um einen repräsentativen Überblick, sondern darum ‚einen möglichst authentischen, unmittelbaren und emotionalen Zugang zu einer bestimmten Gruppe von Frauen aus einer anderen Kultur möglich zu machen.’“ Vina Yun, WeiberDiwan, Sommer 2005
„Die
LebensGeschichten entstanden aus Gesprächen, die Edith Binderhofer 2003 mit 16
in Wien lebenden asiatischen Frauen führte. In fünf einander überlappenden
Themenkreisen wurden die Biografien aufgenommen. Ausgehend vom jeweiligen
Ursprungsland werden die Rolle der Frau in der Heimat und in Österreich,
Lebensstationen und Erfolge sowie Veränderung und Selbstverwirklichung in Wien
im Vergleich zum Heimatland angesprochen. Zuletzt wird ausblickend in die
Betrachtungen einbezogen, ob das, was sie in ihrer Heimat schätzen lernten,
auch hier verwirklicht werden kann.
Spürbar
bei der Lektüre wird die Authentizität der Interviews. Trotz Kürzungen wird
die hohe Bedeutung mancher persönlichen Aspekte durch erneutes Einbringen
mancher Fakten in neuem Zusammenhang deutlich. Die sekundär vermittelten
Lebensaspekte von weiteren weiblichen Familienmitgliedern vertiefen den
Gesamteindruck des Erzählten. Der Aufbruch in ein neues Land ist zumeist auch
der Beginn eines neuen Lebens. Verlust von sozialen Netzen, Startschwierigkeiten
und etliches mehr steht - trotz beiderseitigen Vorurteilen - letztlich der
Gewinn des größeren persönlichen Freiraums gegenüber.