| Gerald Koller (Hg.) |
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„Weiter als der Verstand reicht das Verständnis.“
Der Rausch - ein Thema,
das provoziert, ein Phänomen, das in unserer Gesellschaft durch öffentliche
Moral tabuisiert wird und dennoch in vielfältiger Weise den persönlichen und
gesellschaftlichen Alltag durchzieht.
Dem von Gerald Koller
herausgegebenen Buch liegt das Motto: „Wer nicht vom Weg abkommen will, bleibt
auf der Strecke“ zu Grunde: In drei vielfältigen, viele Genres umfassenden
Erzählkreisen werden Tabus in Frage gestellt, rauschhafte Erlebnisse – nicht
aber die Sucht – als Ressource für eigenverantwortliches, individuelles
Lebensglück und gelingende Beziehungen postuliert – sowie die Basis für
einen bewussten Umgang mit Rausch und Risiko gelegt.
Erstes Ziel jeder Rausch- und
Risikopädagogik muss es sein, Menschen Mittel in die Hand zu geben, den
wilden Hengst zu reiten. Denn nur wer die
Balance hält: zwischen Ekstase und Verzicht, Heimat und Abenteuer, Chaos und
Ordnung, Wasser und Wein, kann jenes wilde Tier reiten, das in jeder Substanz,
in jedem Risikoerlebnis auf uns wartet.
Dieses
Buch ist nicht nur für PädagogInnen geschrieben, sondern für alle jene, die
sich mit diesem brisanten Thema bewusst auseinandersetzen wollen.
Nach der Lektüre erscheint dann so manches in ganz anderem Licht.
„Es ist das Hinaus-Weh, das zur Gründung neuer Heimaten führt“
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Gerald Koller, geboren 1958 in Mödling bei Wien, Pädagoge und Geschäftsführer des
Büro VITAL, ist österreichweit und international als Projektentwickler,
Trainer und Referent im Bereich „Kommunikation und Gesundheit“ tätig. Er
ist der Entwickler und focal point von
„risflecting©: Rausch- und Risikopädagogik“
und verfasste bisher zahlreiche Beiträge und Bücher zu diesem
und weiteren Themen im Bereich der Gesundheitsförderung.
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„Zur
Buchpräsentation ... wählte der Maria Enzersdorfer Verlag ein angemessenes
Soziotop: den „Alten Zechhaus“-Keller in Gumpoldskirchen. Gerald Koller,
Herausgeber der Anthologie, skizzierte den Zwiespalt Jugendlicher: „Grenzüberschreitung
wird als erstrebenswert gezeigt. ... Auf der anderen Seite das Veto der Pädagogik:
Das darfst du alles nicht tun.“ ... Das macht den Reiz des Buches aus:
Dramatisches, Poetisches und selbst Durchlebtes steht gleichberechtigt neben
wissenschaftlichen Analysen, unterwegs zu einer Phänomenologie von Rausch &
Risiko. So berichtet etwa Daniela Tatosa von der geglückten Integration
rauschhafter Ambitionen in umfassende Spiritualität. Irene Apfalter
schildert die Lebenswelt von Borderlinern als psychogenen Rausch. Manfred
Zentner wiederum sieht das „Recht“ auf riskantes Vergnügen als
Generationenkonflikt. So eröffnen 14 AutorInnen und der ... Photograph Erich
Pello zusammen ein Panorama erfrischender Perspektiven in Hinblick auf hartnäckige
Tabus.“
Harald
Edelbauer (/ NÖN 26/2005)
„Es braucht PädagogInnen, die das Risiko
nicht scheuen, sich den Themen der Jugendlichen und der Sehnsucht nach Rausch zu
stellen. Menschen, die Jugendlichen die Eigenermächtigung geben, mit Rausch-
und Risikosituationen umzugehen.
Menschen, die junge Menschen in ihrem Rausch begleiten, die auch dann noch da
sind, wenn der Genuss zur Überdosis führt und sich Fehler eingeschlichen
haben. Menschen, die fordern, herausfordern und fördern. Menschen, die auch auf
die Schulter klopfen und in den Arm nehmen. Menschen, die einen Platz schaffen,
wo Erfahrungen reflektiert, über Gott und die Welt geredet werden kann, wo
vieles ge- und er-lebt werden kann, wo gefeiert, getanzt, gelacht, getrunken,
geraucht, gelernt, ... auch gebetet und getrauert werden kann. Ein Platz, wo
Leben in all seiner Fülle stattfinden kann und dies alles gut geheißen
wird.“
Hermann Hauer