Rudolf Kraus/tausend schritte neben mir Rudolf Kraus
tausend schritte neben mir
liebesgedichte und andere lyrische miniaturen
2008, 180 Seiten, engl. Broschur,
ISBN 978-3-902300-41-6
€ 12,90
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mit spitzer feder
schreibe ich
deinen namen
in mein herz

soll der schmerz
der lust
brennen

„Der Autor nimmt uns mit auf seiner Reise durch
die Topografie der Gefühlswelt.
Wie kleine Fähnchen markieren die Texte
die Orte ihres Entstehens: Wien,
Bozen, Köln, Rhodos, Hamburg u. a.
Ort und Zeit sind bestimmt - der Ausgang bisweilen
ungewiss oder überraschend.“

Anton G. Leitner

In seinen neuen Sprachbildern gibt der Autor
seine Gefühle preis: eine schonungslose Reise
durch tiefe, männliche Empfindungen.


„Nein, zu Rudolf Kraus’ neuer Lyrik
empfehle ich kein vornehmes Glas Rotwein.
Das wäre doch zu banal! Ich würde vielmehr meinen,
dass die Krausschen Miniaturen am besten zusammen
mit etwas genossen werden, das wir ,Petits Fours’
nennen, Objekte, die gleich den ,tausend schritten’
über eine gleichzeitig wehrhafte wie schmückende
Glasur verfügen. Und ein zauberhaftes Innenleben.
Genießen Sie!“

Heinrich Steinfest


ZUR PERSON


Rudolf Kraus,
geboren 1961 zu Herbstbeginn im Einfluss der Venus in Wiener Neustadt (Niederösterreich), aufgewachsen im niederösterreichischen Bad Fischau-Brunn und lebt heute als Autor und Bibliothekar in Wien und Bad Fischau-Brunn. Er hat einen starken Hang zu Schwärmereien und zu schwarzer Romantik, und ist dennoch purer Realist mit Feingefühl – zudem, wie er selber über sich sagt, ist er Biertrinker, Fußballfreund und (Ex-)Lieb-haber.
In erster Linie schreibt Rudolf Kraus Lyrik („sprachminiaturen“), aber auch erzählende und nicht erzählende Prosa, Essays (bspw. in Süchtig. 66 Autorinnen und Autoren über ihre Laster. St. Pölten u. a. 2007, Zu mir oder zu dir? Verse für Verliebte. Hrsg.: Anton G. Leitner. München 2008), Literaturkritiken und Fachliteratur. Er ist Mitglied im Literaturkreis PODIUM, im Österreichischen P.E.N.-Club, Vorstandsmitglied im Österreichischen Schriftstellerverband und erhielt zahlreiche Preise.
Seine wichtigsten Veröffentlichungen sind: ich bin mein treuer killer. Wien 1999, die sinne verwildert. Wien 2000, die satanische ferse. Linz 2003, Literatur-Vade me cum. Ein literaturkritischer Streifzug durch die österreichische Literaturlandschaft von den 1990er Jahren bis heute. Maria Enzersdorf 2006, von eigenartigen helden und anderen seelendieben. Wien 2004, aus der seele brennen. Maria Enzersdorf 2005, ich trage deinen duft in mir. Leobersdorf 2007.


PRESSESTIMMEN


Wenn vor den Abschnitten des Bandes Zitate von Harsdörffer, Eichendorff, Trankl und Nietzsche stehen, kann man sich auf etwas Pathos, auf einen Zug zum Tragischen durchaus gefasst machen. Und auf so etwas wie Empörung zum Leben hin. Und das weite Feld der Beziehungen kann ohnehin stets ein Minenfeld sein oder zumindest eine Dornenhecke: Die garstigen Stiefschwestern der Liebe, die Eifersucht zum Beispiel oder die Enttäuschung, sind wohl nur wenigen fremd. Und die Befindlichkeit als Mann, geprägt durch das Dings, das irgendwie lach- und zugleich schicksalhafte. Rudolf Kraus enttäuscht in seinem Band beide Erwartungen keineswegs: „Er beschreibt Höhen und Tiefen, Unwegsamkeiten, Abgründe, Neben- und Umwege“, so der Herausgeber Anton G. Leitner. Und einmal vergleicht er die Liebe mit Sperlingen im Oktober. Tatsächlich kommen große, auch negative Gefühle so direkt daher, dass es einem unheimlich werden könnte. Aber ebenso oft bricht sich jedes Pathos an derben Endreimen, die beim ersten Blick wie billige Pointen erscheinen und es beim zweiten keinesfalls sind: die (scheinbare) Ironisierung von Gefühlen lässt einen um so klareren Blick auf sie zu – oder vielleicht keinen klareren, sondern doch tieferen. Die Vanitasstimmung, das nachgerade klassische Memento Mori wie auch die bodenständige Zwiderkeit hinter der sich Depression und Verzweiflung gut zu verbergen vermögen, lösen sich auf in – wenn auch bitteren – Scherz: lupenreines Barock also, wie auch die bekundete Nähe zum Alkohol und wie die Freude an weiblichen Körpern. Doch sehr gegenwärtig scheinen die männlichen Selbstzweifel: ein Kerl wie früher sein, das geht nicht mehr und das will auch nicht mehr; sie – die mit den weiblichen Körpern – wollen es auch nicht. Aber wie sein? Ein moderner Anakreon ... Neben Freude und Leiden mit dem Weibe, neben dem Heimtorkeln zu später Stunde macht Rudolf Kraus aber auch seine literarischen Vorlieben zum Thema, schuf lyrische Würdigungen: Neruda, Heine, Ungaretti, Achmatowa, Ritsos. William Blake sogar, Sappho sogar – persönliche Reflexe eines manischen Lesers, Miniaturen jeweils, die naturgemäß nicht dem Werk der betreffenden Autoren und Autorinnen gerecht werden können, es naturgemäß auch nicht versuchen: Wörter und Sätze, die wohl unmittelbar nach der Lektüre in dunklen Nächten, an verregneten Nachmittagen oder was immer entstanden sind, als persönliche Kommentare, als ein Versuch, sich anzunähern an einen Dichter, eine Dichterin.
Bücherschau 182, Biene Tanner, Jänner 2009

In den bildreichen und sehr persönlichen Gedichten von Rudolf Kraus spiegeln sich die männlichen Sehnsüchte und Gefühle des zeitgenössischen österreichischen Autors wider – einerseits zeitlos menschlich in den Empfindungen und Formulierungen, andererseits zeitgemäß im Witz und der manchmal durchscheinenden Resignation. Der 1961 in Wiener Neustadt geborene Lyriker und Prosaautor, der seit 1999 regelmäßig Literatur veröffentlicht, führt die Leser in seine intime Welt der Empfindsamkeit, Verletzbarkeit und Verwirrung, die entsteht, wenn er sich bedingungslos seinen Gefühlen hingibt und sich selbst „tausend schritte neben sich“ wiederfindet. Liebestaumel wechseln mit morbider Gelassenheit (z.B. „auf wahres glück / folgt meist verderben / ein kleines stück / vom echten sterben“ oder „ich bin frei / endlich frei / nichts steht mir mehr im wege / auser ich selbst“ oder auch „das ende liegt immer / unter der erde / aber seine seele / lacht auf ewig“).
Eine schöne Verführung in die pure Poesie – wehmutig im süßen Schmerz mit einem Hauch von Totessehnsucht. Einfach österreichisch – und eine Empfehlung!

podium, Erich Schirhuber, Doppelheft 155/156, April 2010


Podium 155/156 „Werkstatt 2010“, 2010

Mehr als 70 zumeist kürzere Gedichte, aufgeteilt auf fünf Zyklen, fast immer mit Entstehungsort und Entstehungsjahr versehen, oft eine Widmung an einen bedeutenden Autor oder einen Freund oder eine Freundin enthaltend, markieren und charakterisieren dieses neueste lyrische Opus des Schwärmers und schwarzen Romantikers mit Feingefühl Rudolf Kraus.
Der Frauenliebhaber, Biertrinker, Fussballfreund, umsichtiger und kreativer Bibliotheksmanager und fürsorglicher Kinderbetreuer, gibt sich als Bücherei-, Literatur- und hier vor allem Lyrikfachmann zu erkennen, der von der Barockdichtung über Heinriche Heine, Joseph von Eichendorff und Friedrich Nietzsche bis zu Beckett, Majakowsky, Neruda, T. S. Eliot, Ezra Pound und Ungeretti mit poetischer Größe und Bedeutung vertraut ist, der auch weibliche Schöpferkraft (Sappho, Achmatowa) sehr schätzt und dessen geographischer Kosmos von Wien über seinen Kindheitsort Bad Fischau-Brunn, über Puchberg und Losenheim vor allem sehr sehr häufig nach Bozen (zerlegbar in bo-zen) reicht und Köln, Hamburg sowie Rhodos mit einschließt.
Bei der hohen Anzahl von Sprachbildern und Empfindungs-Preisgaben einen gemeinsamen Nenner oder eine festlegbare Zielrichtung zu finden, ist schwierig.
Wortgewalt im Kleinen, Weltsicht im Privaten, Provakation neben dem Gelingen der leisen Töne, Selbstzweifel und Verachtung von Irrwegen, jener Mix, der den echten Dichter ausmacht, ist hier zu finden und wertschätzend zu bewundern ...

Literarisches Österreich, Alfred Warnes, Juni 2009

In den bildreichen und sehr persönlichen Gedichten
von Rudolf Kraus spiegeln sich die männlichen
Sehnsüchte und Gefühle des zeitgenössischen
österreichischen Autors wider – einerseits
zeitlos menschlich in den Empfindungen und Formulierungen,
andererseits zeitgemäß im Witz und
der manchmal durchscheinenden Resignation.
Der 1961 in Wiener Neustadt geborene Lyriker
und Prosaautor, der seit 1999 regelmäßig Literatur
veröffentlicht, führt die Leser in seine intime
Welt der Empfindsamkeit, Verletzbarkeit und Verwirrung,
die entsteht, wenn er sich bedingungslos
seinen Gefühlen hingibt und sich selbst „tausend
schritte neben sich“ wiederfindet. Liebestaumel
wechseln mit Orientierungslosigkeit, sinnliche
Naturbetrachtungen mit Selbstironie und Künstler-
Hommagen mit morbider Gelassenheit (z.B.
„auf wahres glück / folgt meist verderben / ein
kleines stück / vom echten sterben“ oder „ich bin
frei / endlich frei / nichts steht mir mehr im wege
/ außer ich selbst“ oder auch „das ende liegt
immer / unter der erde / aber seine seele / lacht auf
ewig“).
Eine schöne Verführung in die pure Poesie – wehmütig
im süßen Schmerz mit einem Hauch von
Todessehnsucht. Einfach österreichisch – und

Bücherschau, Biene Tanner, Jänner 2009

Kurier-Krone-Journal - unter dem Titel „Liebesgedichte und männliche Empfindungen“
Kurier-Krone-Journal, 26. November 2008



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