Erich Schirhuber/Im Herbst fast weiß Erich Schirhuber
Im Herbst fast weiß
Lyrische Texte
2011, 128 Seiten, Brosch.,
ISBN 978-3-902300-57-7
€ 14,80
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BUCHINFORMATION


„Frischluft denkt er
am Waldrand sitzend
wo ist die
Amöben furzen vor sich hin
und die
Pantoffeltierchen übergeben sich
einen sauren Geruch verbreitend
dort hat eine Blaualge
einen heftigen Durchfall
dort drüben sitzen ein paar
Viren onanierend in der Gruppe
ausgelassene Staubkörner werfen
Fläschchen mit Buttersäure
Frischluft denkt er
Frischluft
ist Unsinn“
 
Wo Erich Schirhuber seine lyrische Hand drauflegt, wird Großes recht klein und das Unbeachtete riesig. „Mitunter halt“, würde er beifügen.
 
„Schirhuber verblüfft immer wieder in seinen lyrischen Texten: Eigenheiten und besondere Merkmale finden sich in fast allen Texten, kombiniert mit Trivialem, mit Alltagseinsprengseln und der einen oder anderen Überraschung.“
Rudolf Kraus
 
„Erich Schirhubers Gedichte sind von jener feinen Selbstverständlichkeit, die in der Lyrik nicht selbstverständlich ist. – Wunderbar.“
Helmuth Schönauer

ZUR PERSON


Erich Schirhuber,
Erich Schirhuber, geb. 1955 in Bad Vöslau/Niederösterreich, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften, Dissertation über Thomas Bernhard bei Wendelin Schmidt-Dengler, lebt dzt. in Wien. Arbeitet(e) Erich Schirhuber u. a. als Journalist, Literaturkritiker und Verlagsangestellter, so ist er seit 1983 bei den Büchereien Wien tätig, seit 1999 als Lektoratsleiter ebendort. Lehraufträge hatte er an der Fachhochschule für Medienberufe in Eisenstadt und an der Universität Wien und Graz.
Er ist seit 35 Jahren literarisch tätig: zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien und – in Übersetzung – in Italien und Ungarn (u. a. in: Furche, Lichtungen, Literatur und Kritik, Morgen, Protokolle, Salzburger Nachrichten, Wiener Journal, podium, Sterz, Orte, Dulzinea, Krautgarten); Beiträge in ORF und RAI; Artikel und Essays zu bibliothekarischen Fragen, zur aktuellen Literatur und zum Buch- und Medienmarkt in Zeitungen und Fachzeitschriften; langjähriges Vorstandsmitglied bei „Podium Neulengbach“ und „Österreichische DialektautorInnen“; etliche Preise und Stipendien; Lesungen in Österreich, Deutschland und Italien. Bisher erschienene Lyrikbände: Die Pfeife geputzt, Wien 1995; de anterln fan diaknschanzbark. Dialektgedichte, Krems 1996; versuche zu heimaten, Krems 2000. Zum Beispiel im Süden. Lyrische Texte aus Europa, Mödling 2010.

ZUM BUCH


In seinem neuen Lyrikband greift Erich Schirhuber in direkter, manchmal durchaus unverfrorener Weise mitten ins Menschenleben: Es wird telefoniert und gestorben, es wird gealtert und auf ewig jung gemacht …
Wenn zumindest manchen dieser Anlässe ein gerüttelt Maß an Ernst gut anstünde, so ist gerade darauf nicht wirklich Verlass: Sentimental und traurig können seine Zeilen werden bei Themen, die man eigentlich auf die leichte Schulter nehmen könnte … Doch wo es „ans Eingemachte“ – und nicht ums Kompott – geht, wo das Leben kurz zu werden, wo es zu versiegen droht, beginnt er das Gewichtige banal und das Ernste lachhaft zu reden. Oder schreibend dorthin zu biegen, ob es nun um Notker Balbulus geht oder den Permoser Rudolf aus Abtsdorf.
Sein Mitleid gehört den Poeten, denen es nicht gelingen will, hunderttausend Gedichte zu schreiben wie Milarepa und die dennoch erfreut ihren Namen in Wikipedia finden, den Poeten die sich Epochemachendes vornehmen und bei Kornweckerln – aber bitte immer mit Sesam – landen. Und ebenso den Gärtnern, die die Welt vor lauter Raupen nicht mehr sehen. Und der Hündin Laika in ihrem Sputnik …


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